Private Krankenversicherung für Beamte
Als Beamter oder Beamtenanwärter können Sie sich in der Privaten Krankenversicherung für Beamte versichern. Allerdings müssen Sie sich nicht zu 100% in der Krankenversicherung versichern, wodurch Sie erhebliche Beitragsteile sparen. Durch die Verbeamtung im öffentlichen Dienst übernimmt Ihr Dienstherr einen festgeschriebenen Beihilfesatz der Kosten für Krankenbehandlungen: Dieser „Arbeitgeberzuschuss“ wird für Beamte „klassische Beihilfe“ oder auch „individuelle Beihilfe“ genannt und umfasst in der Regel 50% der Krankheitskosten.
Anspruch auf Beihilfe hat, wer in einem Beamtenverhältnis steht – ob auf Widerruf, auf Probe oder auf Lebenszeit. Wer Beihilfe bekommt, welche Sätze gelten und wie der Antrag funktioniert, erklären wir auf unserer Seite Beihilfe für Beamte.
Auch für Beamte mit hoheitlichen Aufgaben, wie z.B. Bundespolizisten, Landespolizisten, Zollbeamte , Soldaten , Justizvollzugsbeamte und Feuerwehrleute gibt es gesonderte Regelungen: Hier wird die Beihilfe nur für beihilfeberechtigte Familienangehörige und Versorgungsempfänger geleistet und für dem aktiven Beamten von der sogenannten „Freien Heilfürsorge“ gesprochen. Der Staat bezahlt in diesen Berufsgruppen vollständig die Krankheitskosten, also übernimmt alle medizinischen Leistungen zu 100%. Der Schutz ist vergleichbar mit den Leistungen der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV), so dass die meisten heilfürsorgeberechtigten Beamten neben einer Anwartschaft sogenannte Heilfürsorgeergänzungsversicherungen und die Pflegepflichtversicherung benötigen. Diese Tarife beinhalten in der Regel eine umfangreiche Versorgung bei Zahnersatz, Sehhilfen, Heilpraktikerbehandlungen und Auslandsreisen. Des Weiteren kann ein Wahlleistungstarif hinzugebucht werden, so dass heilfürsorgeberechtigte Beamte im Krankenhaus im Ein- oder Zweitbettzimmer mit Privatarztversorgung untergebracht werden können. Empfehlenswert ist ebenfalls ein ergänzender Tarif im Bereich Kuren, da diese nur unzureichend von der Heilfürsorge bzw. Beihilfe übernommen werden.
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Leistungen als privatversicherter Beamte
Die Leistungen der beihilfekonformen privaten Krankenversicherung umfassen nach §192 VVG „medizinisch notwendige Behandlungen“. Darunter fallen neben schulmedizinisch anerkannten Leistungen auch Behandlungen, die sich als praktisch erfolgsorientierte bewiesen haben oder die alternativlos sind. Neue Arzneimittel oder innovative medizinische Verfahren in Diagnose oder Methodik, die fachlich als sinnvoll gelten, fallen ebenfalls mit in den Leistungsbereich der Privaten Krankenversicherung für Beamte. In diesen Fällen gibt es jedoch eine Einschränkung vom Versicherer: Der Versicherer kann die Höhe der Erstattungskosten auf die Kosten einer vergleichbaren schulmedizinischen Behandlung beschränken. Diese Einschränkung sollte vor dem Versicherungsbeginn mit dem Versicherer abgeklärt werden, damit keine Kosten entstehen, die Sie im schlimmsten Fall selbst tragen müssten.
Alternative Heilmethoden, die zum Beispiel durch Heilpraktiker oder Psychotherapeuten erfolgen, werden teilweise von der Privaten Krankenversicherung übernommen. Jede Privatversicherung für Beamte hat individuelle Rückerstattungsverzeichnisse für spezielle Heilmethoden, die Sie bei Ihrem Versicherer erfragen können.
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Mehr InformationenBeihilfeergänzung und Wahlleistungen: was die PKV zusätzlich leisten kann
Die beihilfekonforme Krankenversicherung deckt den Prozentsatz, den die Beihilfe offenlässt. Mit Ergänzungstarifen passen Sie Ihren Schutz darüber hinaus an Ihren Bedarf an und schließen die Lücken, die die Beihilfe bewusst lässt:
- Ambulant: Heilpraktikerbehandlungen, Sehhilfen bis hin zur Laserbehandlung, erweiterte Vorsorgeuntersuchungen und Arzneimittel, die die Beihilfe nicht erstattet.
- Zahn: höhere Erstattungen für Zahnersatz, Kronen, Brücken und Implantate, professionelle Zahnreinigung, Kieferorthopädie auch für Erwachsene.
- Stationär: Chefarztbehandlung, Ein- oder Zweibettzimmer und freie Krankenhauswahl – gerade dort, wo Ihr Land diese Wahlleistungen nicht oder nur gegen Eigenbeitrag übernimmt.
- Psychotherapie und Hilfsmittel: zusätzliche Sitzungen und Verfahren sowie Zuschüsse für Hörgeräte, Prothesen oder orthopädische Einlagen.
- Ausland: weltweiter Schutz, auch außerhalb der EU, wo die Beihilfe nur bis zur Höhe der Inlandskosten zahlt.
- Pflege: mehr Geld im Pflegefall über eine Pflegezusatzversicherung.
Die Tarife sind auf die Beihilfeverordnung Ihres Dienstherrn abgestimmt. Wechseln Sie den Dienstherrn oder ändert sich Ihr Beihilfesatz, passen viele Versicherer den Tarif ohne erneute Gesundheitsprüfung an.
Was Sie bei der DBV erwarten können:
- freie Wahl von Arzt, Zahnarzt und Krankenhaus
- Leistungen von Heilpraktikern
- Vorsorgeuntersuchungen ohne Altersgrenze
- Beitragsrückerstattung, wenn Sie keine Leistungen in Anspruch nehmen
- weltweiter Schutz auf Reisen
- Umwandlungsoptionen ohne erneute Gesundheitsprüfung
Günstiger Versicherungsschutz für Beamte durch Beihilfe
Zwischen 50 und 80 Prozent der Behandlungskosten werden durch die Beihilfe vom Dienstherrn übernommen. Der genaue Prozentsatz und die dementsprechende Erstattung ist abhängig von den individuellen Lebensumständen. Um die verbleibenden Kosten für Gesundheitsbehandlungen zu decken, gibt es die Private Krankenversicherung für Beamte, die auch Restkostenversicherung genannt wird. Mit dieser Kombination aus Beihilfe und Privater Krankenversicherung sichert sich der Beamte vollständig gegen ärztliche bzw. medizinische Behandlungskosten ab.
Die Beihilfe für Beamte startet bei 50 Prozent Leistung vom Dienstherrn. Wenn zwei oder mehr Kinder in der Beihilfe berücksichtigungsfähig sind, übernimmt Ihr Dienstherr für Sie bereits 70 Prozent der Behandlungskosten. Auch Ehepartner können in der Beihilfe berücksichtigt werden, wenn die Voraussetzungen stimmen. Für sie gilt dann ein eigener Satz von 70 Prozent; Ihr eigener Satz bleibt bei 50 Prozent, bis zwei oder mehr Kinder berücksichtigungsfähig sind. Im Falle einer Scheidung entfällt die Beihilfe jedoch für den Ehegatten.
Beihilfesätze für Bundesbeamte und die meisten Bundesländer
| Beihilfesatz | Versorgungsbedarf | |
|---|---|---|
| Beamter | 50 Prozent | 50 Prozent |
| Beamter mit zwei oder mehr Kindern | 70 Prozent | 30 Prozent |
| Ehe-/ Lebenspartner | 70 Prozent | 30 Prozent |
| Kinder | 80 Prozent | 20 Prozent |
| Beamter im Ruhestand | 70 Prozent | 30 Prozent |
Als Beispiel: Als unverheirateter, verbeamteter Lehrer ohne Kinder übernimmt Ihr Dienstherr in Bremen 50 Prozent der Behandlungskosten. Das bedeutet für Sie, dass Ihre Private Krankenversicherung ebenfalls 50 Prozent übernimmt. Bei einem verheirateten Beamtenanwärter mit zwei Kindern, der in Bremen beschäftigt ist, übernimmt der Dienstherr 70 Prozent – diesen Satz erhalten aktive Beamte in Bremen, sobald zwei oder mehr Kinder berücksichtigungsfähig sind. Die Sätze von 60 und 65 Prozent gelten in Bremen für Versorgungsempfänger.
In Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen können Beamte statt der individuellen Beihilfe die Pauschale Beihilfe wählen. Sachsen-Anhalt zahlt seit 2026 einen vergleichbaren Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung, Schleswig-Holstein nur unter bestimmten Voraussetzungen.
Vorteile Private Krankenversicherung
Als Beamter haben Sie die Wahl, ob Sie sich entweder freiwillig durch die Gesetzliche Krankenkasse (GKV) versichern wollen oder die Private Krankenversicherung in Anspruch nehmen möchten. Dabei sollten Sie beachten: In der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung zahlen Sie den Beitrag grundsätzlich allein; die Beihilfe erstattet dann nur noch Kosten, die die Kasse nicht trägt. Einen Zuschuss zum Beitrag gibt es nur über die pauschale Beihilfe – in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen; Sachsen-Anhalt zahlt seit 2026 einen vergleichbaren Zuschuss, Schleswig-Holstein nur unter bestimmten Voraussetzungen.
Ihre Vorteile in der Privaten Krankenversicherung: Sie bietet Ihnen als Beamter besonders günstige Tarife und umfassende Leistungen an. Das bedeutet, Sie haben zum Beispiel das Recht auf eine Privatarztbehandlung und verkürzte Wartezeiten für eine Facharztbehandlung, können ein Einzelzimmer beanspruchen oder von modernen Therapien und Diagnostikmethoden profitieren. Auch eine Beitragsrückerstattung ist möglich: bei den meisten Versicherern bekommt der Beamte bis zu vier Monatsbeiträge bei Leistungsfreiheit zurück. Beamtenanwärter haben sogar teilweise Anspruch auf bis zu sechs Monate Beitragsrückerstattung.
Beamte in der Ausbildung (BaW) erhalten spezielle Beamtenanwärtertarife. Diese Tarife sind besonders günstig, denn in der Ausbildungszeit bilden die Versicherer keine Alterungsrückstellungen. Nach Abschluss oder dem Ende des Beamten auf Widerruf Verhältnisses, wird die beihilfekonforme Private Krankenversicherung ohne eine erneute Gesundheitsprüfung in eine Krankenversicherung für Beamte mit Altersrückstellungen umgewandelt. Die Versicherungsleistungen ändern sich hierdurch nicht.
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für Beamte
Nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) sind Beamte von der Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) befreit. Das bedeutet, Sie haben die Auswahl zwischen einer privaten und einer gesetzlichen Krankenversicherung. Fällt Ihre Entscheidung gegen die Private Krankenversicherung, müssen sie sich freiwillig gesetzlich krankenversichern und zahlen auf Ihre Besoldung den jeweils gültigen Beitragssatz in der GKV und der Pflegepflichtversicherung zu 100%. Diese Entscheidung ist nur in den wenigsten Fällen sinnvoll und empfehlenswert, denn der Dienstherr bietet die Beihilfe aus seiner besonderen Fürsorgepflicht den Beamten gegenüber an. Wer sich für die GKV entscheidet, behält von der Beihilfe nur einen kleinen Rest – für Ausgaben, die die Kasse nicht übernimmt.
Einmal vereinbarte Leistungen sind in der Privaten Krankenversicherung garantiert und bleiben lebenslang bestehen. Im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) können die Leistungen nicht durch den Versicherer gestrichen werden. In vielen Fällen ist die Private Krankenversicherung für Beamte nicht nur vom Versicherungsschutz umfangreicher, sondern auch günstiger als die freiwillige gesetzliche Versicherung, da sie nur noch die Restkosten der medizinischen Leistungen absichern muss.
Die Vorteile der Privaten Krankenversicherung im Überblick:
Umfassend: Individueller Leistungsumfang der Beihilfetarife
Qualität: Hohes Leistungsniveau und moderne Therapien
Service: Fach- und Chefarztbehandlungen, Einzelzimmer
Fair: Selbstbehalt möglich, Einkommensunabhängig, Bonusleistungen, Altersrückstellungen zur Beitragsstabilität
Vielfalt: Weltweiter Versicherungsschutz bei Bedarf (z.B. Auslandseinsatz)
Kosten: Tarife in der Regel günstiger als in der GKV
Im Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung können Sie Ihre Restkostenversicherung flexibel auf Ihre Lebenssituation und den sich daraus ergebenden Beihilfesatz anpassen: Nachwuchs, Pensionierung oder der Umzug in ein anderes Bundesland sind nur einige Gründe, um Ihre Private Krankenversicherung neu zu gestalten. Wichtig ist, dass die Änderung Ihrer Beihilfe innerhalb von sechs Monaten beantragt wird, denn dadurch umgehen Sie einer erneuten Gesundheitsprüfung.
Ablauf als versicherter Beamter in der Privaten Krankenversicherung
Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung rechnet der Arzt die medizinischen Behandlungen bei der Privaten Krankenversicherung nicht direkt mit dem Versicherer ab. Als privatversicherter Beamter stellt Ihnen Ihr Arzt eine Rechnung aus, die Sie anschließend bei Ihrer Versicherung sowie Beihilfe einreichen. Daraufhin erhalten Sie die Erstattung, berechnet aus dem beitragsgerechten Prozentsatz. Sie bekommen die Erstattung also direkt auf Ihr Bankkonto gezahlt und müssen die Überweisung an den behandelnden Arzt selbständig vornehmen. Zu beachten ist dabei jedoch, dass der Arzt alle Leistungen auch wirklich erbracht hat und dementsprechend abrechnet. Sollten Unstimmigkeiten über erbrachte Leistungen mit dem Arzt bestehen, können Sie sich an die Bundes- bzw. Landesärztekammer wenden. Außerdem sind auch formale Rechnungskriterien zu beachten.
Es kann auch vorkommen, dass eine Private Krankenversicherung keine Kostenerstattung vornimmt, weil eine medizinische Notwendigkeit negiert wird oder die Rechnung beanstandet. Als Beamter in der Privaten Krankenversicherung haben Sie jetzt die Möglichkeit, Ihren Arzt um eine Stellungnahme zu bitten oder die Behandlungen nochmal zu begründen. Ihre Versicherung muss jedoch immer alle unstrittigen Leistungen innerhalb eines Monats nach Rechnungsstellung (§14 VVG) an Sie überwiesen haben.
Gesundheitsprüfung, Risikozuschläge und die Öffnungsaktion
Bevor ein privater Krankenversicherer Sie aufnimmt, stellt er Fragen zu Ihrer Gesundheit – in der Regel zu Behandlungen, Diagnosen und Medikamenten der vergangenen Jahre. Aus den Antworten ergibt sich, ob er Sie zum regulären Beitrag versichert, einen Risikozuschlag verlangt, einzelne Leistungen ausschließt oder den Antrag ablehnt. Beantworten Sie die Fragen vollständig und genau: Wer Vorerkrankungen verschweigt, riskiert, dass der Versicherer später vom Vertrag zurücktritt oder im Leistungsfall nicht zahlt.
Die Öffnungsaktion der PKV für Beamte: Wer zum ersten Mal verbeamtet wird – auch als Beamter auf Widerruf oder auf Probe –, kann sich innerhalb von sechs Monaten bei den teilnehmenden privaten Krankenversicherern ohne Ablehnung versichern, auch mit Vorerkrankungen. Ein Risikozuschlag ist dann auf höchstens 30 % des Beitrags begrenzt, Leistungsausschlüsse gibt es nicht. Das gilt auch für berücksichtigungsfähige Angehörige wie Ehepartner und Kinder.
Die sechs Monate beginnen mit der Verbeamtung. Wer die Frist verstreichen lässt, durchläuft die normale Gesundheitsprüfung – mit möglichen Zuschlägen, Ausschlüssen oder einer Ablehnung. Wer schon vor der Verbeamtung weiß, dass er in die PKV möchte, kann seinen Gesundheitszustand zusätzlich mit einer Anwartschaftsversicherung sichern.
Die Wahl des richtigen Tarifs hängt maßgeblich vom Beihilfesatz Ihres Dienstherrn ab. Je nach Dienstherr – Bund oder Bundesland – gelten unterschiedliche Beihilfeverordnungen und Beihilfesätze. Ein passgenauer Tarif deckt genau die Lücke, die Ihr Dienstherr durch die Beihilfe offen lässt.
Lassen Sie sich von der DBV beraten, welcher Tarif zu den Vorgaben Ihres Dienstherrn passt – für eine optimale Abstimmung zwischen Beihilfe und Tarif.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Frage, ob sich Beamte oder speziell auch Lehrer privat oder gesetzlich versichern sollten, wird oft gestellt. Bei eingehender Prüfung liegt die Antwort aber auf der Hand.
Diese Fakten sind bei der o.g. Fragestellung für alle Beamten/Lehrer gegeben:
- Es besteht für alle Beamten keine Versicherungspflicht in den gesetzlichen Krankenkassen (GKV)
- Die individuelle Beihilfe des Dienstherrn ist zusammen mit einer privaten beihilfekonformen Krankenversicherung für die Versicherten in den meisten Fällen die günstigere Lösung und beinhaltet umfangreicheren Versicherungsschutz, so dass keine Zusatzversicherungen mehr notwendig werden. Dies gilt auch bei der neu eingeführten pauschalen Beihilfe für alle Beamten ab der Besoldungsgruppe A10
Die Ausbildungstarife für Beamtenanwärter / Lehramtsanwärter sind bei vielen Versicherern sehr günstig, da sie keine Altersrückstellungen bilden und gleichzeitig den Gesundheitszustand für die Zeit als Beamter auf Probe bzw. Beamter auf Lebenszeit absichern
Fast alle Beamtenanwärter, die nicht aus einer Beamtenfamilie stammen, sind auf der Suche nach einem günstigen und unverbindlichen Angebot zur beihilfekonformen Krankenversicherung/Restkostenversicherung.
Leider ist es am Markt kaum möglich, alle der rund 40 Anbieter für Beamte bis ins letzte Detail selbst zu prüfen und deren verschiedene Tarife komplett zu durchschauen. Auf Grund der verschiedenen Vertriebswege und Selbstverständnisse der Versicherer ist es aber auch kaum möglich, über die klassischen Vergleichsportale oder Versicherungsmakler einen echten und ehrlichen Vergleich für ein Angebot zu erhalten. Zwei der großen fünf Beamtenversicherer arbeiten weder mit Vergleichsportalen noch mit Versicherungsmaklern zusammen. Diese beiden Anbieter sind zwar in den Vergleichen zu sehen, werden aber weder von Vergleichsportalen noch von Versicherungsmaklern aktiv angesprochen, auch wenn eines der Angebote ggf. perfekt zum jeweiligen Bedürfnis passen würde.
In Versicherungsvergleichen von Fachzeitschriften werden oftmals nur die aktuellen Tarife und Preise miteinander verglichen. Auf die großen Risiken, wenn man sich als Beamter bei einem sehr kleinen Versicherer mit wenigen versicherten Beamten versichert, wird nicht hingewiesen. In einem Versicherungskollektiv einer Krankenversicherung sollten sich mindestens 50.000 versicherte Personen befinden, damit eine gewisse Sicherheit gegeben ist.
Wir empfehlen, sich Vorschläge der großen fünf Versicherer für Beamte einzuholen und dann nach seinen eigenen Bedürfnissen zu entscheiden.
Der jeweilige Dienstherr gewährt Beamten sowie deren berücksichtigungsfähigen Angehörigen eine finanzielle Unterstützung im Krankheitsfall (ebenso bei Vorsorge, Impfungen und Geburtsfällen), die sogenannte Beihilfe. Die ledigen Beamten bekommen grundsätzlich 50 Prozent Beihilfe, EhepartnerInnen 70 Prozent und Kinder 80 Prozent Beihilfe. Abweichende Sätze gelten in Bremen, Hessen, Sachsen und Schleswig-Holstein. Für Beamte ist daher eine private Restkostenkrankenversicherung (beihilfekonforme Krankenversicherung) zur Ergänzung auf 100 Prozent die richtige Wahl. Möglich ist für alle Beamte ebenfalls der Basistarif. Die wichtigsten Beamtenversicherer haben sich verpflichtet, Beamtenanwärter und Beamte auf Probe zu erleichterten Bedingungen aufzunehmen. Bestimmte Beamte, wie z. B. Polizeivollzugsbeamte und Feuerwehrbeamte, haben in den meisten Bundesländern während ihrer aktiven Dienstzeit Anspruch auf die Heilfürsorge. Für Soldaten der Bundeswehr besteht mit der truppenärztlichen Versorgung ein besonderer Anspruch.
Darunter wird die vollständige Übernahme von Krankheitskosten (ebenso Vorsorge, Schutzimpfungen und Geburtsfälle) durch den Dienstherrn verstanden. Die Heilfürsorge des Dienstherrn ersetzt in diesem besonderen Fall die GKV oder PKV. Ehepartner oder Kinder können in der Heilfürsorge nicht untergebracht werden, sie haben jedoch einen Beihilfeanspruch wie die Angehörigen anderer Beamtengruppen. Mit der Pensionierung oder der Dienstunfähigkeit und dem daraus folgendem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst erlischt der Anspruch auf Heilfürsorge. Mit dem Beginn der Pensionierung besteht dann ein Beihilfeanspruch, in den meisten Fällen von 70%, der für den verbleibenden prozentualen Anteil mit einem privaten Restkostentarif auf 100 Prozent aufgefüllt werden muss. Heilfürsorgeberechtigte Beamte sollten bereits mit Beginn ihres Heilfürsorgeanspruches eine Anwartschaftsversicherung auf die beihilfekonforme Krankenversicherung abschließen. In der Regel wird dies in Verbindung mit der Pflegepflichtversicherung gemacht. Bei der Wahl der Anwartschaft stehen rund 40 Versicherer in Deutschland zu Verfügung, wovon aber nur eine Hand voll in der Lage ist, die notwendige Sicherheit auch über Jahrzehnte zu bieten. Neutrale oder gar unabhängig Beratung ist am Markt leider kaum zu finden. Aus diesem Grund empfehlen wir, sich von den großen fünf Spezialversicherern für Beamte Angebote erstellen zu lassen und zu vergleichen. Selbst die großen Vergleichsportale haben nicht alle Versicherer im Zugriff. Die beiden größten Versicherer für den Öffentlichen Dienst arbeiten nicht mit Vergleichsportalen oder Maklern zusammen.
Für Beamtenanwärter und Beamtenanwärterinnen, also Beamte auf Widerruf, gibt es besonders günstige Ausbildungsbeiträge. Der Leistungsumfang unterscheidet sich nicht von den Normaltarifen für Beamte. Der günstige Beitrag wird von den Versicherern angeboten, da noch keine Altersrückstellungen gebildet werden müssen. Dies erfolgt erst mit der Verbeamtung auf Probe, also nach dem Referendariat oder einer anderen Ausbildung. Der Beitrag für diese Tarife liegt deutlich unter dem Beitrag für die GKV. Als Beamtenanwärterin oder Beamtenanwärter müssen Sie sich vor Beginn der Ausbildung oder des Referendariats entscheiden, ob die freiwillige Mitgliedschaft in der GKV oder die beihilfekonforme Krankenversicherung die passende Lösung ist.
Bei der Wahl des beihilfekonformen Krankenversicherers ist neben den Beiträgen als Anwärter auch bzw. gerade der danach geltende Beitrag und die Größe des Versichertenkollektivs relevant.
Sollte nach dem Ausbildungsende keine Übernahme ins Beamtenverhältnis erfolgen, ist die Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse nur unter diesen Voraussetzungen möglich:
- Aufnahme eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses
- Eintritt in die Familienversicherung des Partners
Sollte beides nicht möglich sein, muss innerhalb von sechs Monaten nach Wegfall des Beihilfeanspruches der Versicherungsschutz auf 100 Prozent aufgestockt werden, um keine Lücke im Versicherungsschutz zu haben. Eine Gesundheitsprüfung bei der erneuten Aufnahme einer verbeamteten Tätigkeit wird hierdurch ebenfalls vermieden.
Bei Eintritt in die GKV sollte in jedem Fall eine Anwartschaftsversicherung, die zwischen 1 und rund 10 Euro im Monat kostet, abgeschlossen werden, damit keine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich ist.
Die richtige private beihilfekonforme Krankenversicherung
In einer privaten beihilfekonformen Krankenversicherung bestehen neben der Möglichkeit die Beihilfe des Dienstherrn zu erhalten auch viele weitere Vorteile:
- schnellere Terminvergabe bei allen Ärzten
- freie Medikamentenvergabe ohne Budgetierung
- vertraglich vereinbarte Leistungen beim Versicherer
- Beitragsrückerstattung von der Krankenversicherung bei Leistungsfreiheit*
*Einige Versicherer zahlen die Beitragsrückerstattung auch bei Inanspruchnahme von Leistungen für Vorsorge und Schutzimpfungen, andere zahlen in diesem Fall keine Beitragsrückerstattung.
Auch Referendarinnen und Referendare, Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter sowie Beamtenanwärterinnen und Beamtenanwärter haben einen Anspruch auf Beitragsrückerstattung. Es stellt sich also nicht die Frage, ob es sinnvoll ist, die Beihilfe in Anspruch zu nehmen und sich privat zu versichern, sondern welche Krankenversicherung und welcher Tarif am besten geeignet ist.
Jeder Mensch hat einen anderen Versicherungsbedarf, weshalb pauschale Angebote komplett falsch sind. Erst auf Grundlage einer guten und ausführlichen Beratung sowie Prüfung der Krankenakte kann ein passendes Angebot erstellt werden. Theoretisch gibt es rund 40 Versicherungsgesellschaften die Beamte krankenversichern können, diese Anzahl reduziert sich nach kurzer Prüfung aber schnell auf rund fünf Gesellschaften, denn bei den übrigen Gesellschaften sind die Kollektive zu klein, um langfristige Sicherheit zu geben.
Die Beihilfe zur privaten beihilfekonformen Krankenversicherung
Eine private beihilfekonforme Krankenversicherung lohnt sich für verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer sowie Anwärterinnen und Anwärter vor allem aufgrund der Beihilfe des Dienstherrn. Für eine 100%íge private Krankenversicherung muss ein Beamter nur einen 50%igen Beitrag zahlen.
Unterschiedliche Regelungen bei der Beihilfe der Bundesländer und des Bundes
Grundsätzlich haben eine verbeamtete Lehrerin oder ein verbeamteter Lehrer die freie Wahl zwischen der gesetzlichen und der privaten beihilfekonformen Krankenversicherung.
Der Dienstherr beteiligt sich mit mindestens 50% an den tatsächlich entstehenden Krankheitskosten, Kosten für Vorsorge, Schutzimpfungen und Geburten, die anderen 50% müssen privat versichert werden. Einige Länder übernehmen über die pauschale Beihilfe auch 50 % des Beitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung (Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen; Sachsen-Anhalt mit einem vergleichbaren Zuschuss, Schleswig-Holstein nur unter bestimmten Voraussetzungen), jedoch zahlt ein Beamter mit einer Besoldung ab A10 deutlich mehr als in der beihilfekonformen Krankenversicherung und es sind schlechtere medizinische Leistungen versichert. Die pauschale Beihilfe ist nur für wenige Beamte eine echte Alternative, hierzu zählen schwer erkrankten Beamte, Geringverdiener und Teilzeitkräfte.
Für die meisten Beamten liegt die Beihilfe bei genau 50%. Die Beihilfebemessungssätze bestimmen hier jeweils, mit wieviel Beihilfe sich der Dienstherr an den entstehenden Krankheitskosten beteiligt.
Je nach Bundesland und Familienstand gelten unterschiedliche Regelungen. Gerade Familien mit Kindern profitieren von den Beihilfeverordnungen der Bundesländer. Je nach Bundesland gibt es einen höheren Beihilfesatz für das jeweilige Kind (z.B. 80 %) oder alle versicherten Personen (z.B. 5% Zuschlag je weiterer beihilfeberechtigter Person). So bekommen aktive Beamte mit zwei Kindern z. B. in Bremen und Niedersachsen 70 % Beihilfe, in Sachsen sogar 90 %.
Die Beiträge der beihilfekonformen Krankenversicherung orientieren sich nicht am Einkommen des Beamten, sondern am gewählten Versicherungsschutz, dem Eintrittsalter und dem Gesundheitszustand bei Abschluss des Vertrages. Eine spätere Beitragsanpassung wegen Verschlechterungen des Gesundheitszustandes oder des Alters ist nicht möglich. Es gilt in der privaten beihilfekonformen Krankenversicherung der Grundsatz, dass der Beitrag langfristig günstiger ist, je eher man sich versichert.
Die Vor- und Nachteile der privaten Krankenversicherung
Für verbeamteter Lehrerinnen und Lehrer hat die private beihilfekonforme Krankenversicherung nur Vorteile, abgesehen von dem kleinen Verwaltungsaufwand, den man damit hat, die Rechnungen der Ärzte zu begleichen bzw. an die Beihilfe und dem Versicherer zu senden. Dieser Verwaltungsaufwand für Beamte verringert sich gerade deutlich, da alle großen Versicherer und bereits mehrere Beihilfestellen die Abrechnung bequem per App anbieten.
Bessere und vertraglich festgeschriebene Leistungen als in der gesetzlichen Krankenversicherung sind nur zwei relevante Vorteile für Lehrerinnen und Lehrer in der privaten beihilfekonformen Krankenversicherung. Der Beitrag liegt bei nur rund der Hälfte und man bekommt deutlich schneller Termine bei den Ärzten, die sich ebenfalls über neue Privatpatienten freuen.
Hier nochmals die relevanten Vor- und Nachteile für verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer im Vergleich:
Vorteile der privaten beihilfekonformen Krankenversicherung:
- bessere Leistungen als in der gesetzlichen Krankenversicherung
- deutlich günstigerer Beitrag dank der Beihilfe
- keine Budgetierung, hierdurch freie Medikamentenvergabe durch die Ärzte
- schnelle Terminvergabe bei den Ärzten
- Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit
Nachteile der privaten beihilfekonformen Krankenversicherung:
- Gesundheitsprüfung vor Vertragsbeginn
- Eingeschränkte Wechselmöglichkeit zurück in die gesetzliche Krankenversicherung
Garantierte Leistungen in der privaten beihilfekonformen Krankenversicherung
In allen gesetzlichen Krankenkassen variieren die Leistungen nach den Änderungen durch den Gesetzgeber. Mehr als 90% der Leistungen sind festgeschrieben und nur wenige Zusatzleistungen können die einzelnen Krankenkassen selbst bestimmen. In den privaten beihilfekonformen Krankenversicherungen bleiben die bei Vertragsabschluss vereinbarten Leistungen garantiert bis zum Vertragsende oder einer gewünschten Vertragsumstellung erhalten.
Leistungen sind bei Krankenversicherungen individuell wählbar. Die Entscheidung, welche Leistung inkludiert werden soll, ist gut zu überlegen, denn zum einen hat jede Zusatzleistung einen direkten Einfluss auf den Beitrag, zum anderen aber eben auch auf den Versicherungsschutz, der eventuell auch erst in 20 oder vielleicht sogar 50 Jahren wirklich wichtig wird. Gute Versicherungen bieten allerdings auch später noch über sogenannte Optionen die Möglichkeit an, den Versicherungsschutz ohne Gesundheitsprüfung zu erweitern.
Welche Leistungen sollten in jedem Fall enthalten sein?
- Freie Medikamentenwahl
- Offener Hilfsmittelkatalog
- Höchstsätze Arzthonorare
- Stationäre Psychotherapie
- Zahnarztleistungen
Welche Leistungen können wichtig werden?
- Ambulante Psychotherapie
- Kurleistungen
- Freie Krankenhauswahl
- Privatarztbehandlung im Krankenhaus
- Pflegeergänzungstarife
Welche Leistungen kann man noch vereinbaren?
- Leistungen über die Gebührenordnung der Ärzte hinaus
- Krankenhaustagegeld
- Sehhilfen (Brillen, Kontaktlinsen, Laserbehandlungen)
- Beitragsentlastungen im Alter
- Heilpraktikerbehandlung
Die Kosten einer privaten beihilfekonformen Krankenversicherung berechnen sich nach dem Alter, dem Gesundheitszustand und dem gewünschten Versicherungsschutz. Das nachfolgende Kostenbeispiel zeigt auf, dass Beamtinnen und Beamte neben deutlich besseren Leistungen in der beihilfekonformen Krankenversicherung auch deutlich geringere Kosten in diesem Model haben,
da nur 50% oder weniger versichert werden müssen.
Zwischen den rund 40 möglichen Versicherern gibt es viele relevante Unterschiede:
In der privaten beihilfekonformen Krankenversicherung gibt es keinen Beitragssatz, der nahezu identisch ist, mit dem der gesetzlichen Krankenkassen. Es gibt einen großen Wettbewerb zwischen den verschiedenen Versicherern, so dass jeder Versicherer interessiert ist die Beiträge möglichst günstig zu gestalten. Als Beamtin und als Beamter entscheidet man zudem selbst, welche Leistungen im Versicherungsschutz enthalten sein sollen. Hierdurch beeinflusst man den Beitrag entsprechend. Neben dem gewünschten Versicherungsschutz sind das Eintrittsalter und der Gesundheitszustand für die Berechnung des Beitrages relevant. Die Gesundheitsfragen der verschiedenen Versicherungen unterscheiden sich, wodurch auch die Bewertung nach diesen Kriterien unterschiedlich ausfällt. Es kann also sein, dass ein Versicherer Beitragszuschläge verlangt oder sogar keinen Versicherungsschutz anbietet und ein anderer Versicherer den Versicherungsschutz zu Normalkonditionen anbietet. Aus diesem Grund empfehlen wir einen Vergleich zwischen den drei bis fünf großen Beamtenversicherern.
Grundsätzlich ist es wichtig, auch an die Zukunft zu denken, denn jeder Mensch wird älter und damit leider auch oft kranker. Versicherungsschutz, der heute noch unwichtig erscheint, kann in 20-50 Jahre ggf. sehr wichtig werden. Mit steigendem Alter wird es aber immer schwieriger, mehr Leistungen in die Krankenversicherung einzuschließen. Für gewünschte Mehrleistungen wird der Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung, wie zu Beginn des Vertrags, vornehmen.
Liegen mehrere Vorschläge zum Vergleich vor, sind nicht nur der aktuelle Preis und die Leistungen entscheidend, sondern auch die Größe des Versicherungskollektivs. Wie viele Beamtinnen und Beamte in einem Tarif versichert sind ist sehr relevant für die zukünftige Beitragsentwicklung. Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist die zu erwartende Entwicklung der Beiträge gerade auch im Alter. Je größer das Kollektiv ist, desto größer ist die Chance auf einen stabilen Beitrag. Wer heute im Test ganz oben steht, aber nur wenige Beamtinnen und Beamte versichert hat, setzt seine Kunden einem extremen Risiko aus. Aus diesem Grund halten wir auch die Kriterien vieler Tests für falsch, auch wenn wir immer zu den Testsiegern gehören.
Die private beihilfekonforme Krankenversicherung ist für Beamte in der Regel deutlich günstiger als die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse. Beamte haben fast ausnahmslos einen Anspruch auf Beihilfe des Dienstherrn an den tatsächlich entstehenden Krankheitskosten, Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen und Geburten. Der Dienstherr übernimmt einen festgelegten Prozentwert der anfallenden Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen oder auch Medikamente.
In der Regel erhält ein lediger Bundesbeamter eine Beihilfe von 50 Prozent, d.h. der Dienstherr erstattet ihm die Hälfte seiner anfallenden Krankheitskosten. Auf Grund des Pflichtversicherungsgesetzes benötigt der Beamte daher eine private beihilfekonforme Krankenversicherung oder auch Restkostenversicherung genannt. Diese Krankenversicherung trägt die Hälfte seiner Gesundheitskosten, die nicht von der Beihilfe abgedeckt sind. Diese Darstellung ist sehr vereinfacht, beschreibt die Situation für Beamte aber sehr gut.
Beamte erhalten die staatliche Beihilfe
Die Höhe des Beihilfeanspruchs richtet sich nach der Bundesbeihilfeverordnung oder den jeweiligen Landesbeihilfeverordnungen. Es gibt somit 17 verschiedene Beihilfeverordnungen, auf die die beihilfekonforme Krankenversicherung abgestimmt werden muss.
Bundesbeamte mit maximal einem Kind erhalten eine Beihilfe von 50 Prozent der Krankheitskosten durch den Dienstherrn. Hat der Beamte zwei oder mehr Kinder, steigt die Beihilfe auf 70 Prozent. Ehe- oder Lebenspartner von Beamten sind, wenn sie fest gelegte Einkommensgrenzen nicht überschreiten, ebenso beihilfeberechtigt wie die Kinder des Beamten. Für nicht erwerbstätige Ehepartner erhalten Bundesbeamte eine Beihilfe von 70 Prozent, für Kinder 80 Prozent. Bundesbeamte im Ruhestand erhalten ebenfalls 70 Prozent Beihilfe, wodurch die Kosten für die beihilfekonforme Krankenversicherung für Pensionäre sinken.
Privat beihilfekonform versicherte Beamtinnen erhalten ein Mutterschaftsgeld
Für Frauen mit einer privaten beihilfekonformen Krankenversicherung kann beim Bundesversicherungsamt ein einmaliges Mutterschaftsgeld von bis zu 210 Euro beantragt werden. Vom Dienstherrn erhalten sie zusätzlich ihr Nettogehalt abzüglich einer Summe von 13 Euro pro Kalendertag im Zeitraum der Mutterschaft.
Die Beihilfe der Landesbeamten ist in den Verordnungen der 16 Bundesländer geregelt. Es gibt eine bunte Vielfalt an Beihilfeansprüchen, bis hin zur pauschalen Beihilfe in einigen Bundesländern, die sich aber nur für schwer Kranke, Teilzeitbeamte und Beamte in niedrigen Besoldungsgruppen lohnen kann. Zum Beispiel zahlt die Beihilfe in Baden-Württemberg für die Erstausstattung von neugeborenen Kindern pauschal 250 Euro, in Nordrhein-Westfalen aber nur 170 Euro. In vielen Bundesländern werden keine Wahlleistungen wie ein Einbettzimmer, ein Doppelzimmer, die freie Krankenhauswahl oder die Behandlung durch den Privatarzt übernommen. In Bayern können Beamte diese Leistungen in Anspruch nehmen, zahlen dafür aber 33 Euro am Tag im Krankenhaus selbst.
Die private beihilfekonforme Krankenversicherung muss regelmäßig angepasst werden.
Ändert sich der Beihilfesatz des Beamten, zum Beispiel durch die Geburt eines Kindes oder eine Scheidung, muss der private Krankenversicherungsschutz entsprechend angepasst werden, so dass die Gesamtleistung immer bei 100% liegt. Auch ein Bundeslandwechsel kann einen Bedarf an Anpassung auslösen. Um die Versorgungslücke der Beihilfe zu schließen, können Beamte bei ihrem Krankenversicherer einen sogenannten Beihilfeergänzungstarif abschließen.
Die Vorteile der privaten beihilfekonformen Krankenversicherung
Beihilfeversicherungen bieten Beamten die Vorteile eines privaten Versicherungsschutzes und eines kompletten Privatpatientenstatus beim Arzt. Bei einem Krankenhausaufenthalt hat der Beamte den Status eines Privatpatienten, d.h. Beamte werden je nach gewähltem Tarif im Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer untergebracht und auf Wunsch vom Privatarzt behandelt.
Viele beihilfekonforme Krankenversicherer zahlen alternativmedizinische Behandlungen bei einem Heilpraktiker oder Arzt für Naturheilkunde. Diese Leistungen müssen sich gesetzlich versicherte Beamte bei einer Zusatzversicherung einkaufen oder selbst zahlen.
Für Bundesbeamte und Landesbeamte ist daher eine private beihilfekonforme Krankenversicherung die beste Wahl und objektiv betrachtet alternativlos. Beamte zahlen deutlich weniger für ihren Versicherungsschutz in den beihilfekonformen Tarifen als etwa ein Selbstständiger, der 100% der Kosten mithilfe seiner privaten Krankenvollversicherung versichert.
Die Anwärtertarife für Beamte in Ausbildung zeichnen sich durch besonders günstige Beiträge aus, da hier keine Alterungsrückstellungen gebildet werden müssen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Beamtenausbildung (Beamter auf Widerruf) wird der Tarif des Beamtenanwärters ohne eine erneute Gesundheitsprüfung in eine normale beihilfekonforme Krankenversicherung umgewandelt und die notwendigen Altersrückstellungen werden gebildet. In dieser Phase spricht man von einem Beamten auf Probe. Mit der Verbeamtung auf Lebenszeit ergibt sich keine besondere Veränderung im Rahmen der Beihilfe, aber ab diesem Zeitpunkt steht dem Beamten die Mindestversorgung bei Dienstunfähigkeit zu.
Gesetzliche Krankenversicherung für Beamte
Durch das SGB (Sozialgesetzbuch) sind Beamte von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreit. Dies bedeutet, Beamte haben die freie Wahl zwischen einer privaten beihilfekonformen Krankenversicherung und einer gesetzlichen Krankenkasse. Entscheidet sich der Beamte gegen die private beihilfekonforme Krankenversicherung, so muss er sich gesetzlich krankenversichern. In den seltensten Fällen ist dieses objektiv betrachtet sinnvoll. Im Gegensatz zu normale Angestellten müssten Beamte den vollen Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenkasse ohne einen Arbeitgeberanteil selbst zahlen. Eine pauschale Beihilfe gibt es in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen; Sachsen-Anhalt zahlt seit 2026 einen vergleichbaren Zuschuss, Schleswig-Holstein nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die pauschale Beihilfe lohnt sich aber nur für schwer erkrankte Beamte, Beamte in Teilzeit und Beamte in niedrigen Besoldungsgruppen (<A10).
Heilfürsorge für Beamte mit hoheitlichen Aufgaben/im Sicherheitsbereich
Beamte mit hoheitlichen Aufgaben oder gefährlichen Tätigkeiten sind bis zur Pensionierung oder der vorzeitigen Entlassung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit nicht beihilfeberechtigt. Für diese Beamten zahlt der Staat die Heilfürsorge, also 100% der entstehenden Kosten für Krankheiten, Vorsorge, Schutzimpfungen oder Geburten. In diesen Bereich fallen Polizisten, Feuerwehrleute und Soldaten. Angehörige (Ehe- und Lebenspartner sowie Kinder) von Heilfürsorgebrechtigten haben einen Anspruch auf Beihilfe, wie auch Beamte, wenn sie pensioniert werden.
